SPD Kisslegg - Bad Wurzach

Landrat Widmaier wird die Geister nicht mehr los, die er einst gerufen hat

Veröffentlicht am 29.11.2010 in Pressemitteilungen

Gemeinsame Presseerklärung der SPD-Kreistagsfraktion und des SPD-Kreisverbandes zur SZ-Berichterstattung Regionalteil am 23.11. bzw. 24.11.2010.
Hat nicht einmal Landrat Widmaier selbst den Landkreis Ravensburg als die „größte Sozialstation des Landes“ bezeichnet? In die gleiche Kerbe stieß bei der letzten Sitzung des Sozialausschusses des Kreistages. nun CDU-Kreisrat Rolf Engler. Im Blick auf die anstehende Haushaltsdebatte wiederholt sich in diesem Jahr erneut die öffentliche Diskussion um die scheinbar hohen Kosten in der Eingliederungshilfe.

Die Kosten der stationären Heimunterbringung werden vom Herkunftslandkreis des behinderten Menschen übernommen und wird deshalb nicht den Kreishaushalt des Landkreises Ravensburg belasten. Damit wurde bisher für den von Behinderung betroffenen Menschen die freie Wahl des Aufenthaltortes gesichert. Die schwarz-gelbe Bundesregierung will dies nun aber im Rahmen ihres Sparpaketes ändern. Auch der Anspruch auf ein Einbett-Zimmer sowie Kürzungen beim WfbM-Lohn sind geplant. Diese geplanten schwerwiegenden Eingriffe in die bisherige Lebensqualität von behinderten Menschen gilt es nun zu verhindern, so SPD-Kreisvorsitzender Otto Ziegler, der gleichzeitig sich auch in der Offenen Behindertenarbeit engagiert. Er fordert den Landkreis auf, die Kommunen bei der Beschaffung von geeignetem Wohnraum nicht im Regen stehen zu lassen. Mancher Heimbewohner würde gerne in einer eigenen Wohnung leben. Dies scheitert jedoch oft am nicht vorhandenen finanzierbaren – durch die Grundsicherung gedeckelten - oder barrierefreien Wohnraum. Damit würden sich im Einzelfall auch die Heimkosten reduzieren lassen und würden gleichzeitig dem Anspruch der UN-Konvention zur Inklusion behinderten Menschen in unserer Gesellschaft mehr gerecht werden.

Die Behinderten-Einrichtungen für schwer Geistig oder Körperlich behinderte Menschen im Kreis Ravensburg sind zu Recht im gesamten Land gefragt. "Eine solche Qualität der stationären Behinderten-Versorgung mit sehr differenzierten und passgenauen Angeboten ist nur durch entsprechend große und leistungsfähige Einrichtungen zu gewährleisten" stellte Kreisrat Peter Clément in der Sozialausschuß-Sitzung fest. In der Entgegnung auf die Äußerungen von CDU Kreisrat Rolf Engler lobte Clément die Versorgungsstruktur im Kreis und auch die große Leistung der Mitarbeiter in den Einrichtungen, die täglich aufs Neue Ihre Erfahrung und ihre Kraft zugunsten der Pfleglinge einsetzen. "Hier bestehen wichtige Dienstleistungsbetriebe mit vielen qualifizierten Arbeitsplätzen, die im Landkreis dazu beitragen unsere Wirtschaftskraft und die niedrige Arbeitslosigkeit zu erhalten." lobte Clément. "Auch viele weniger qualifizierte Arbeitskräfte gerade auch aus dem zu fördernden Personenkreis finden hier Arbeit und Brot" ergänzte er. Kreisrätin Gisela Müller,SPD wies den Vorwurf, hierher würden Behinderte aus dem ganzen Land "abgeschoben", zurück. Im Gegenteil würden viele Schwerbehinderte schon zur Einschulung hier aufgenommen und fänden hier eine familiäre Aufnahme, Förderung in allen Belangen und seien schon nach kurzer Zeit vollwertige Mitbürger unserer Region. Eine Diskussion zwecks "Rückführung in die Heimatlandkreise" sei daher gespenstig, meinte sie.
Seitens der SPD begrüßen wir natürlich, dass auch innerhalb der Union eine kritische Diskussion der bisherigen Sozialpolitik begonnen hat. Hier muß sich beweisen, was das "C" im Parteinamen der Union inhaltlich-praktisch zu bedeuten hat".

Veröffentlicht am 29.11.2010

Homepage SPD Kreisverband Ravensburg

WebsoziInfo-News

03.07.2026 18:19 Arbeitsgemeinschaft Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten im Gesundheitswesen – Abenteuerliches Vorhaben: Krankschreibungspflicht ab dem ersten Tag ist nicht zielführend und kontraproduktiv
Zum aktuellen Reformpaket der Bundesregierung warnt der Bundesvorsitzende der Arbeitsgemeinschaft Gesundheit der SPD vor negativen Folgen. „Der von der Union durchgesetzte Punkt der Koalitionsausschusseinigung, dass künftig bereits ab dem ersten Tag eine ärztliche Krankschreibung eingeholt werden muss, ist völlig abenteuerlich“, erklärt der Bundesvorsitzende der Arbeitsgemeinschaft Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten im Gesundheitswesen (ASG) Boris Velter. „Wenn nun… Arbeitsgemeinschaft Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten im Gesundheitswesen – Abenteuerliches Vorhaben: Krankschreibungspflicht ab dem ersten Tag ist nicht zielführend und kontraproduktiv weiterlesen

23.06.2026 19:06 Dagmar Schmidt zu den Empfehlungen der Rentenkommission
Reform muss zu spürbaren Verbesserungen gegenüber dem Status quo führen Der Abschlussbericht der Rentenkommission ist eine gute Grundlage für eine umfassende Reform, die wir jetzt gründlich beraten und dann auf den Weg bringen wollen. „Die Kommission hatte die Aufgabe, Vorschläge zu entwickeln, wie insbesondere Menschen mit kleinen und mittleren Einkommen ihren Lebensstandard im Alter sichern… Dagmar Schmidt zu den Empfehlungen der Rentenkommission weiterlesen

20.06.2026 12:14 Gabriela Heinrich zum Weltflüchtlingstag
117 Millionen Menschen auf der Flucht Gabriela Heinrich, menschenrechtspolitische Sprecherin: Am 20. Juni, dem Weltflüchtlingstag der Vereinten Nationen, wird daran erinnert, dass Millionen Menschen gezwungenermaßen ihre Heimat verlassen mussten. Hinter den Zahlen stehen persönliche Geschichten und individuelle Schicksale. „Aktuell sind weltweit über 117 Millionen Menschen auf der Flucht, darunter viele Kinder, oftmals ohne die Begleitung… Gabriela Heinrich zum Weltflüchtlingstag weiterlesen

18.06.2026 12:25 „Fatales Signal an Kommunen und Verbraucher:innen“
Rechte Mehrheit im EU-Parlament stellt Vereinbarung für sauberes Wasser infrage Das Europäische Parlament hat heute eine Resolution zur Umsetzung der Kommunalabwasserrichtlinie (KARL) verabschiedet. Die in der vergangenen Legislatur beschlossene Vereinbarung zur Verbesserung der Wasserqualität sieht Vorschriften für eine durch Unternehmen gestützte Finanzierung der sogenannten 4. Reinigungsstufe vor. An dieser finanziellen Großaufgabe sollen vor allem Kosmetik-… „Fatales Signal an Kommunen und Verbraucher:innen“ weiterlesen

18.06.2026 12:16 Annika Klose zum Arbeitszeitgesetz
Arbeitszeitgesetz: Flexibilisierung ist keine Einbahnstraße Im Koalitionsvertrag ist festgehalten, dass die neue Arbeitszeitregelung keine Ausweitung der Arbeitszeit gegen den Willen der Beschäftigten sein darf, so Annika Klose. „Wir haben im Koalitionsvertrag explizit vereinbart, dass eine solche Reform auch und gerade im Sinne der Vereinbarkeit von Familie und Beruf ausgestaltet werden muss. Dass es also auch… Annika Klose zum Arbeitszeitgesetz weiterlesen

Ein Service von info.websozis.de