Der Landkreis Ravensburg will sich in Zukunft allein um die Betreuung von Hartz-IV-Empfängern kümmern. Dabei scheint aktuell niemand unzufrieden zu sein.
Der Landkreis Ravensburg will sich in Zukunft allein um die Betreuung von Hartz-IV-Empfängern kümmern. Dabei scheint aktuell niemand unzufrieden zu sein.
„Never change a winning team“ – frei übersetzt: Wechsle nie ein gutes Pferd! Diesen Spruch sollte sich auch der Landkreis Ravensburg zu Herzen nehmen. Stattdessen will er in Zukunft Hartz-IV-Empfänger ohne die Agentur für Arbeit betreuen. Er will seine Entscheidungen allein treffen und sein Netzwerk einbringen. Doch bisher arbeiten die Agentur für Arbeit und der Landkreis offenbar gut zusammen. Kritik an der Kooperation war in der Sitzung zumindest keine zu hören. Natürlich ist der Landkreis Träger zahlreicher sozialer Einrichtungen. Aber die Agentur für Arbeit ist am kompetentesten, wenn es darum geht, Menschen Arbeit zu vermitteln. So klingt das, was bisher war, nach einer wirklich guten Kombination. Darüber hinaus hat auch der Landkreis festgestellt, dass in Gebieten mit alleiniger Verantwortung des Landkreises nicht mehr Menschen in Arbeit vermittelt werden, als in solchen mit einer gemeinsamen Trägerschaft.
Dagegen wäre eine Umstellung auf das neue Modell mit enormem Aufwand verbunden. In den kommenden Monaten muss zunächst ein rund 100 Seiten starker Antrag formuliert werden. Sollte dem An- trag stattgegeben werden, müssten alle Daten der Hartz-IV-Empfänger übertragen werden. Es müssten neue Büroflächen geschaffen werden. Die Kosten sind nicht absehbar, müssten aber vom Landkreis getragen werden. In Zeiten knapper Kassen ist nicht verständlich, warum der Kreis nicht bei seiner gut funktionierenden Kooperation geblieben ist.
Schwäbische Zeitung vom 2. Oktober 2010
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